Spanngeräte, Umreifungsgeräte und Verschlussgeräte für Kunststoff- und Stahlband: ein kurzer Überblick
In der Welt der Endverpackung spielen Spanngeräte, Umreifungsgeräte und Verschlussgeräte eine entscheidende Rolle. Sie sorgen für einen zuverlässigen Verschluss von Stückgut und geben Paletten die notwendige Transportsicherung für einen schadlosen Transport zum Kunden. Aber auch für die Zwischenlagerung, Kennzeichnung, Bündelung uvm. werden Spanngeräte eingesetzt. In diesem Artikel wird ein Überblick über die Einsatzgebiete und Funktionsweisen von Umreifungsgeräten gegeben, mit dem Fokus auf der Verarbeitung von Kunststoff- und Stahlband.
1. Was heißt Umreifen?
Die Umreifung ist ein wichtiger Prozess bei der Endverpackung von Gütern und ist Teil der Verpackungslogistik in Industrie, Handwerk und Handel. Dabei werden Kunststoff- oder Stahlbänder um ein Paket, eine Palette oder ein anderes Transportgut gespannt und verschlossen, um ein Verrutschen, eine Beschädigung oder gar das Auseinanderfallen des Gebindes zu verhindern.
Haupttypen an Umreifungsbändern:
Kunststoffbänder: Sie bestehen häufig aus Polypropylen (PP) oder Polyester (PET). Sie sind leicht, flexibel und eignen sich besonders für empfindliche Güter oder mittlere bis schwere Zugbelastungen.
- Polypropylen (PP): Kostengünstig und ideal für leichtere Anwendungen.
- Polyester (PET): Höhere Zugfestigkeit und Dehnungsresistenz, geeignet für schwerere Lasten.
Stahlbänder: Sie werden vor allem für schwere oder voluminöse Ladungen verwendet, da sie die höchste Zugfestigkeit garantieren und temperatur- und witterungsbeständig sind.
Die Auswahl des richtigen Umreifungsbands hängt von der Art des Transportguts, der Transportbedingungen und der erforderlichen Zugfestigkeit ab.

2. Die verschiedenen Spanngeräte und Umreifungsgeräte
a) Manuelle Spanngeräte für Kunststoffband aus PP und PET
Manuelle Spanngeräte werden von Hand bedient und kommen insbesondere bei kleinen bis mittleren Umreifungsvolumen zum Einsatz. Sie sind leicht und kostengünstig, erfordern jedoch mehr Körpereinsatz. In der Regel haben diese Geräte 2 Hebel: 1 Hebel für den Spannvorgang und 1 Hebel für den Verschluss. Der Verschluss ist dabei eine Hülse, welche durch den Hebelvorgang verformt wird und die beiden Enden des Umreifungsbands fest zusammenhält. Von ORGAPACK gibt es auch ein sog. 1-Hebel-Kombigerät. Hier muss nach dem Spannvorgang ein kleiner Knopf gedrückt werden. Dann kann man mit dem gleichen Hebel auch den Verschlussvorgang einleiten.
Vorteil: Geringe Anschaffungskosten, hohe Mobilität.
Nachteil: Zeitaufwändig und für große Mengen weniger effizient.

b) Akku-Umreifungsgeräte für Kunststoffband aus PP und PET
Akku-Umreifungsgeräte sind halbautomatische Spanngeräte, die mit einem wiederaufladbaren Akku ausgestattet sind. Der Spannvorgang und Verschluss erfolgen elektrisch durch einfachen Knopfdruck. Die Verbindung der beiden Umreifungsbandenden folgt dem Prinzip des Reibschweißverschlusses: hierbei werden die beiden Umreifungsbänder mittels Reibbacken aufeinander gerieben, bis diese schmelzen und miteinander verschweißen. Der ganze Vorgang dauert nicht länger als 1 - 2 Sekunden. Akku-Umreifungsgeräte sind aufgrund ihrer hohen Leistung, der einfachen Bedienung und ihrer Mobilität sehr beliebt im industriellen Verpackungsbereich.
Vorteil: Schnell und einfach in der Handhabung.
Nachteil: Höhere Anschaffungskosten als manuelle Geräte, Spann- und Reibschweiß-Mechanismus unterliegt einem gewissen Verschleiß.

c) Verschlussgeräte für Stahlband
Stahlband-Spanner werden hauptsächlich in rauhen Umgebungen eingesetzt. Die Spanngeräte arbeiten in der Regel hülsenlos. Die Verbindung der Bandenden erfolgt dabei mittels Kerbverschluss. Bei diesem Verschluss wird das Stahlband auf eine Weise eingekerbt, dass sich die Bandenden miteinander "verhaken". Der Verschluss ist absolut sicher und kann unter Spannung nicht mehr geöffnet werden. Für die Umreifung von Rundkörpern oder bei Stahlbandbreiten von 25 mm werden nach wie vor Hülsen eingesetzt.
Vorteil: hohe Spannkraft, hält zuverlässig auch bei scharfkantigen Produkten und extremen Wettereinflüssen
Nachteil: schwerfällig, Stahlband birgt Verletzungsrisiko, relativ teuer.

3. Einsatzgebiete und Branchen
Die Wahl des richtigen Spanngeräts, Umreifungsgeräts oder Verschlussgeräts hängt stark von der jeweiligen Branche und den spezifischen Anforderungen ab. Einige typische Einsatzgebiete sind:
- Lager und Versand: Hier sind die flexiblen und leichten PP- und PET-Kunststoffbänder oft die erste Wahl, um Pakete sicher zu umreifen.
- Baustoffindustrie: Für schwere Materialien wie Ziegel, Betonteile und Stahlträger werden vor allem Stahlbänder und leistungsstarke Spanngeräte verwendet.
- Lebensmittelindustrie: PP-Kunststoffbänder eignen sich gut für empfindliche Produkte wie Obstkisten, da sie das Risiko von Beschädigungen minimieren.
- Holzindustrie: Sehr beliebt ist das STAHLTEX-Umreifungssystem mit seinen hochreißfesten Umreifungsbändern aus Polyesterfäden. Die Bänder können nachgespannt und wiederverwendet werden. Der Verschluss erfolgt über eine selbstschließende Klemme.
- Papier- und Druckindustrie: Bücher, Zeitschriften und andere Druckerzeugnisse werden mit Kunststoffbändern umreift, um sie vor Verrutschen zu schützen.
Spanngeräte, Umreifungsgeräte und Verschlussgeräte sind unverzichtbare Werkzeuge in der modernen Versandlogistik. Die Wahl des richtigen Systems hängt von zahlreichen Faktoren wie dem gewünschten Umreifungsband, dem Einsatzgebiet und den individuellen Anforderungen ab. Während Kunststoffbänder durch ihre Vielseitigkeit punkten, sind Stahlbänder die bevorzugte Wahl bei schweren Lasten.
Durch die richtige Kombination aus Material und Umreifungsgerät lassen sich nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Sicherheit und Effizienz in der Logistikkette optimieren.